Deutsche stehen neuen Technologien skeptisch gegenüber – DW – 01.05.2022

Die Menschen in Deutschland stehen dem technischen Fortschritt relativ misstrauisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Bosch-Konzerns. Das Unternehmen befragte rund 8.000 Menschen in China, Indien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Laut der Umfrage gaben durchschnittlich 72 Prozent aller Befragten an, dass sie eine Verbesserung der Welt durch neue Technologien erwarten. Allerdings glaubt nur die Hälfte der Befragten in Deutschland, dass neue Technologien die Welt verbessern können. Deutschland ist besonders so Skeptisch gegenüber künstlicher Intelligenz. Etwa ein Drittel sieht darin eine Bedrohung. Sie haben insbesondere Angst vor den zunehmenden Möglichkeiten der Überwachung, die durch den Einsatz neuer Technologien im Alltag Realität werden. Der Umfrage zufolge stellen Cyberangriffe die größte Bedrohung für die Befragten in anderen Ländern dar.

„Vorbehalte überwinden und Vertrauen aufbauen“

Der neue Bosch-Chef Stefan Hartung äußerte sich zu den Ergebnissen der Umfrage, die auf der weltgrößten Technologiemesse CES in Las Vegas, USA, vorgestellt wurde. „Die Überwindung dieser Vorbehalte und der Aufbau von Vertrauen in digitale Technologien werden in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein und sich auch auf das Verbraucherverhalten auswirken.“ In einigen Regionen der Welt ist dies bereits gelungen. Zum Beispiel in China Begeisterung für künstliche Intelligenz ist sehr hoch und nur weniger als 26 Prozent der Befragten glauben, dass es auch eine Bedrohung darstellen kann. „Die Menschen wollen, dass Technologie die großen Herausforderungen unserer Zeit löst und den Alltag in vielen Bereichen erleichtert“, fügte Hartung hinzu. Gerade im Kampf gegen den Klimawandel setzen Umfrageteilnehmer große Hoffnungen in technische Lösungen. 55 Prozent aller Befragten glauben, dass Technologie ausreichend genutzt wird, um die wichtigsten Probleme unserer Zeit, wie etwa den Klimaschutz, zu lösen, und unter den Teilnehmern der chinesischen Umfrage vertrauen sogar 83 Prozent der Technologie.

Die wichtigsten Fortschritte für die Deutschen sind mittlerweile Technologien mit Wasserstoff und Brennstoffzellen. Gleichzeitig herrscht in Deutschland die Meinung vor, dass die verfügbaren technologischen Möglichkeiten im Land nicht optimal genutzt werden. Nur 29 Prozent der Befragten denken anders.

Leben ohne Smartphone

Generell sehen sich die Deutschen und ihr Land nicht so gut auf das Zeitalter der Technik vorbereitet. Nur 46 Prozent sind anderer Meinung, während in China fast alle Befragten davon überzeugt sind, dass das Land gut auf die technologischen Herausforderungen vorbereitet ist. Auf jeden Fall herrscht im Reich der Mitte große Begeisterung für die Entwicklung der Technologie. Fast zwei von drei Befragten wünschen sich, dass Maschinen ihre Gedanken lesen und ihre Wünsche besser erfüllen können. In Deutschland halten es nur 16 Prozent für wünschenswert. Laut einer Umfrage würden sieben von zehn Chinesen ihre besten Freunde lieber ein Jahr lang nicht sehen, als ohne Smartphone auszukommen. In Deutschland ist es umgekehrt.

(Tagesschau/jar)

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Sascha Wiegand

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