Deutschland legalisiert teilweise den Konsum von Cannabis in iRADIO

Deutschland legalisiert ab dem 1. April den Freizeitkonsum von Cannabis teilweise. Trotz des Widerstands der oppositionellen CDU/CSU stimmten die Bundestagsabgeordneten am Freitag der Möglichkeit zu, bis zu 50 Gramm der Droge zu Hause aufzubewahren und bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf anzubauen.




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Ab 1. April legalisiert Deutschland teilweise den Konsum von Cannabis zu Freizeitzwecken (Bild zur Veranschaulichung) | Quelle: Unsplash | CC0 1.0

Es können auch Grower-Clubs gegründet werden, die für ihre Mitglieder monatlich 25 Kilogramm Cannabis produzieren können. Bundeskanzler Olaf Scholz unterstützt gemeinsam mit einer Dreiparteienkoalition aus Sozialdemokraten, Grünen und Freien Demokraten die Gesetzesänderung.

In der Debatte vor der Abstimmung überzeugte Bundesgesundheitsministerin Karlis Lauterbach die Abgeordneten bis zum letzten Moment von der Notwendigkeit, den Konsum und Anbau von Cannabis teilweise zu legalisieren.

„Wir verfolgen zwei Ziele. Das erste ist die Bekämpfung des Schwarzmarktes. Das zweite Ziel ist, Kinder und Jugendliche besser zu schützen“, sagte Lauterbach. Eine Fortsetzung der aktuellen Situation sei laut Minister nicht möglich.


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„Betrachtet man Jugendliche und Kinder, so ist im Zeitraum von 2011 bis 2021, also innerhalb von zehn Jahren, die Zahl der Verbraucher in dieser besonders gefährdeten Altersgruppe um fünfzig Prozent gestiegen.“ „Im Alter von 18 bis 25 Jahren stieg sie in zehn Jahren um 100 Prozent“, sagte der Minister.

„Wir können den Kopf in den Sand stecken und in Kneipen darüber diskutieren, aber nichts davon wird irgendein Problem lösen“, sagte der Minister, der glaubt, dass eine teilweise Legalisierung der einzige Weg nach vorne ist.

„Damit wird eine Alternative zum Schwarzmarkt geschaffen. Darüber hinaus werden wir uns auf die Aufklärung darüber konzentrieren, wie Marihuana das Gehirn von Kindern beeinflusst. „Wir werden auch die Strafen für diejenigen verschärfen, die es organisiert an Kinder und Jugendliche verkaufen“, sagte er.

Kinder und Jugendliche können dank des Schwarzmarkts problemlos an Marihuana gelangen, die auf diesem Weg angebotenen Produkte seien jedoch hochgradig kontaminiert, so der Minister. „Sie enthalten toxische Konzentrationen“, sagte Lauterbach.

Lauterbach betonte, er verstehe, dass dies keine leichte Entscheidung sei. „Aber selbst Suchtexperten sagen, wir müssen diesen Weg gehen. Wir müssen Tabus und Strafen abschaffen“, fügte er hinzu.

Zu viele Gelenke

Der Abstimmung war eine monatelange Debatte vorausgegangen, in der sich die oppositionelle CDU/CSU lauterbachs Vorschlag vehement widersetzte. Auch am Freitag versuchten Konservative, andere Abgeordnete von der Sinnlosigkeit und Gefahr eines solchen Schrittes zu überzeugen.

Die Opposition wies unter anderem darauf hin, dass die im öffentlichen Raum erlaubte Cannabismenge zu hoch sei, da 25 Gramm für 75 Joints ausreichten und es daher schwierig sei, einen Händler vom Verbraucher zu unterscheiden.

Am Ende stimmten 407 Abgeordnete für den Regierungsvorschlag, 226 waren dagegen und vier Abgeordnete enthielten sich der Stimme.

Der vom Bundestag angenommene Vorschlag bedeutet nicht die vollständige Legalisierung von Cannabis, daher wird am häufigsten von einer Teillegalisierung oder sogenannten Entkriminalisierung gesprochen. Der Besitz und Anbau von Cannabis ist weiterhin reglementiert.


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Ab dem 1. Juli nehmen Fördervereine ihre Arbeit auf, die nicht mehr als 500 Mitglieder haben dürfen und sich nicht im Umkreis von hundert Metern um Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen befinden dürfen. Sie dienen als Abgabestellen für ihre Mitglieder, die so bis zu 50 Gramm pro Monat beziehen können.

Die maximale Tagesdosis wird auf 25 Gramm begrenzt. Erwachsene können diese Menge ungestraft in der Öffentlichkeit behalten, privat dürfen sie jedoch 50 Gramm haben.

In Deutschland ist, wie auch in der Tschechischen Republik, die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke mittlerweile legal. Ärzte können es beispielsweise Patienten mit chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Krebs oder AIDS verschreiben.

In Deutschland konsumieren rund sieben Millionen Menschen regelmäßig Marihuana. Nach Angaben der Regierung soll das Gesetz auch dazu beitragen, die Verfügbarkeit von Cannabis für Menschen zu verbessern, die es hauptsächlich zu medizinischen Zwecken konsumieren, und außerdem die Qualität der verkauften Substanz verbessern.

Einige Bundesländer, darunter auch Bayern, lehnten die Legalisierung von Marihuana ab. Das Hauptargument gegen die Legalisierung ist die Sorge um die Verfügbarkeit der Substanz für Kinder und Jugendliche.

Laut einer YouGov-Umfrage seien von 2.151 befragten Deutschen entweder ganz oder eher für eine Legalisierung, weitere 42 Prozent seien eher oder ganz dagegen, schrieb der Server. Deutsche Welle.

Barbora Souchkova, CTK

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Meinrad Weber

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